Aktuelle Termine

Samstag 21. August - 16:00 und 19:00 Uhr  | Atelier Felicitas Lensing-Hebben, Ackerstrasse 144, 40233 Düsseldorf. Telefon: 0211-6218844. Eintritt frei.  Trieb Zwischenspiele Performance im Rahmen der Kunstpunkte 2010. Plastik: Helga Hawe Weidenmüller  Lyrik  Joachim Harms  Saxophon  Uwe Juchum 

Freitag 10. September  - 20:00 Uhr  | Kulturkeller Kalk, Kalk-Mülheimer Strasse 58, 51103 Köln. Telefon: 0221- 987602-0. Einlass ab 19:30 Eintritt frei.  Rezital  Lyrik  Joachim Harms  Violine Konstantin Gockel. An diesem Abend sind außerdem das Susanne Bartelt Quartett mit eigenen Liedern, Richard Schütz, Piano solo und Markus Berger "der miese peter", Kabarett zu sehen und zu hören.

 

Prag - Sprachlosigkeit und aus dem Nest gefallene Vögel

1. und 2. Mai 2010 - Die Hinweisschilder sind in tschechisch gehalten. Mit Deutsch obwohl einst Lingua Franca kommt man nicht viel weiter und Englisch ist kaum verbreitet. Eine ungewohnte Sprachlosigkeit - verstörend und spannend zugleich. 

Der Kellner im Café Central freut sich allerdings seine Deutschkenntnisse anzubringen. Überhaupt die Cafés alleine sind schon die Reise wert. Oft klein und versteckt in der ersten Etage eines unscheinbaren Geschäftshauses oder hinter einer prächtigen Fensterfront über einem der schönen Plätze.

Über die Karlsbrücke auf die Kleinseite. Zwei tote Vogeljunge - nur Haut und Knochen noch keine Federn - unter den Auslagen eines Schmuckgeschäfts. Der Prager Fenstersturz kommt mir in den Sinn.

Ein kleiner Tisch vor einem Imbiss. Café Jan Neruda steht auf der Glastür. Er soll hier mit Künstlern und Literaten nächtelang diskutiert haben.

Trauben von Souvenirjägern vor den Läden mit Andenken. Paare fotografieren sich gegenseitig. Ein Schauer lässt den Touristenstrom abebben. Eine wunderbare Stille. Nun sieht man die Unebenheiten und Sprünge auf dem Kopfsteinpflaster, das hübsch im Regen glänzt.

Das Abendessen in einem französischen Restaurant. Durch ein geöffnetes Fenster neben mir blicke ich auf einen kleinen Kanal. Ein Boot mit einem Liebespaar gleitet vorbei, fast wie in Venedig. Nur ohne Gondoliere.

Im Hotel ist ein Taubstummenkongress. Ich sitze an der Bar inmitten einer Menge gestikulierender Menschen. Sprachlos.

Lesung mit dem Cantamé-Quartett in Nürnberg

16. und 17. April 2010 -  Es beginnt mit Musik, Summa von Arvo Pärt. Man müsste schon ein Stein sein, um von dieser schwebenden Melodie nicht berührt zu werden, vor allem wenn Cello und Viola mit ihrem dunklen Timbre einsetzen.

Die letzten Töne verklingen, die Musikerinnen legen die Noten ab, richten das Blatt für das nächste Stück auf dem Notenständer. Das Rascheln setzt aus und in die Stille beginne ich zu sprechen . Die Spannung  die von der Musik noch im Raum schwebt, verleiht meinen Gedichten eine besondere Farbigkeit.  Und meine Worte wirken nach, reichen in das nächste Stück hinein. Text und Musik verweben sich zu etwas Neuem.

Am zweiten Abend ist eine Gruppe Lernbehinderter zu Gast. Sie lachen, wenn ich von Schokoladentrüffeln spreche. Sie folgen mir genau und sprechen das Wort "Regen" am Ende eines Gedichtes reihum den Tisch nach.  

Aktuelle Termine

Sonntag 30. Mai - 13:00 Uhr  | Bücherei Gerresheim, Heyestraße 4, Düsseldorf Gerresheim. Collage aus Lyrik und Musik mit Uwe Juchum (Saxophon). Veranstalung im Rahmen der Gerresheimer Kunstmeile. Es lesen auch Axel Hippe, Christof Nikodemus und Hans-Georg Schipping. Details siehe ben06.

Sonntag 27. Juni - 11:00 Uhr | Café Libresso, Fleischmengergasse 29, 50676 Köln. Telefon: 0221-237379. Eintritt 3€. Einlass und Gelegenheit zum Frühstück ab 10:00 Uhr. pflasterschaukeln Lesung mit Ingritt Sachse, Elke Tilk und Konstantin Gockel (Violine). 

Ein futuristischer Bahnhof in ehemaliger Montanmetropole.

Ein Wochenende in Lüttich. Pommes, Kirschbier und Calatrava

Der Zubringer scheint direkt in die Maas zu führen. Schwenkt dann doch zur Seite und gemächlich gleitet der Verkehr in die Stadt. Von einer Brücke der Blick auf den Fluss, zu beiden Seiten geschlossene Häuserzeilen dicht am Ufer. Zusammen mit dem ebenfalls dicht umbauten Kanal fast ein futuristisches Ensemble.

Und dann nach einer kurzen Fahrt durch die Stadt der Bahnhof von Calatrava: als hätte jemand sein riesengroßes weites Zelt inmitten der Häuser aufgebaut.

Leider schließt das Pommes-Restaurant direkt am Fluss um 15:00. Ein Schauer treibt uns in eine Kneipe. Der Wirt erbarmt sich mit ein paar Erdnüssen zum Bier. Aber am großen Marktplatz gibt es dann die guten Belgischen Pommes Frites zum Croque und belgisches Bier.

Am Abend eine wunderschöne Milonga im Lamilune. Natürlich wird es sehr spät und das Frühstück gerät naturgemäß zum Brunch.

Unerwartet öffnet sich hinter einer Straßenbiegung ein Platz mit wunderschönen Proportionen. Eine Halbkugel in einem Brunnen wird mit Wasser gefüllt, bis es durch viele Löcher wieder abfließt.

An der Maas entlang, ein letzter Blick auf die Häuser aus den 50er oder 60er Jahren. Verblichener Charme ehemaligen Montanreichtums.

Lesung im Salon Gabriel

Das nennt man Glück, sagt Christian. Er hat einen Parkplatz direkt vor dem Haus bekommen und braucht Gitarre und Verstärker nicht weit zu schleppen.

Der Salon ist voll besetzt. Wir sind ganz nahe bei den Zuhörern. Christian nimmt die Texte mit seinen wunderschönen Improvisationen auf. Dieser Stimmung könne man sich einfach anvertrauen und dann tragen lassen, so später eine Zuhörerin.

In der anschließen Diskussion, souverän von Frau Gabriel geleitet, wird intensiv über das Zusammenspiel von Musik und Text gesprochen. Besonderes Interesse gilt der Frage, wie wir unser Berufsleben - Christian ist Anwalt und ich Manager in der Industrie - mit Lyrik und Musik vereinbaren können..

In der zweien Hälfte tragen Gabriele Gabriel und eine Mitstreiterin abwechselnd Texte von Frau Halberstadt über die Sahara vor. Die Sprache und Stimmung der Texte harmonierten mit der Erscheinung und Stimme der jeweiligen Vortragenden. Es war sehr besonders. Zauberhaft.

Zu später Stunde komme ich gerne der Bitte nach, noch einmal einige meiner Gedichte zu rezitieren. Es war ein wunderbarer Abend. (26.März 2010)

Gabriele Gabriel lädt am jeweils letzten Freitag im Monat zu ihrem Literatursalon, in der Kronenstraße in Düsseldorf-Bilk.

Performance in der kunstfabrik Wuppertal

Kurz nach halb Neun abends. Klappstühle werden aufgestellt. Die Zuschauer kommen in den Saal, eine ehemalige Fabrikhalle, vier Meter hoch und so weitläufig, dass ich trotz der etwa 80 Zuhörer viel Platz habe, mich zu bewegen. Schwere Eisenrolläden zum Nachbarraum werden herunter gelassen. Wir warten einen Moment, bis sich alle zurecht gesetzt haben, dann legt Christian los. Schräge Gitarrenklänge, die sich hervorragend zur Schabenliebe ergänzen. Nach dem zweiten Gedicht ist die Aufregung verflogen und wir spüren nur noch die reine Freude, hier auftreten zu können. Wir blicken in uns freundlich zugewandte Gesichter. Die Aufmerksamkeit gehört uns voll und ganz. Das merkt man auch an spontaner Heiterkeit, wenn zum Beispiel der Biskuit unter den Erdbeeren aufweicht.

Es war eine tolle Performance mit Zugaben und reichlich Applaus. Danach entspannen wir uns in schweren Lederfauteuils bei Rotwein und Zigarren.

kunstfabrik in wuppertal . Wolf Siepermann hat ein stillgelegtes Industriegebäude zum Atelier und Wohnhaus umgebaut und lädt dort regelmäßig Freunde und Bekannte zu Kunstabenden ein. Am 20. März war der Kunstabend Stefan Zöllner gewidmet. Die Sängerin Elisabeth Kuhs sang Lieder aus ihrem Programm "Notorisch Neurotisch" mit dem Pianisten Michael Carlon. 

Lyrik und Neue Musik im Ratinger Tragödchen

Konstantin Gockel und ich sind am 4. März 2010 nach Ratingen eingeladen worden. Jeden Donnerstag Abend findet das Ratinger Tragödchen in der Buchhandlung Peter & Paula statt. 

Parkplatzsuche! Später als geplant aber noch rechtzeitig komme ich an. Konstantin Gockel ist schon da. Er wird  Stücke aus seinem Zyklus Die Stimme der Schlange zu meinen Gedichten spielen.

Wir beginnen mit der Schabenliebe. Kurze abgehackte Geigenstriche lassen die Tierchen über den Boden huschen. Die Aufmerksamkeit des Publikums für unsere Collage ist uns nun wohl sicher.

Lesung Ratingen P&P

Konstantin Gockel nimmt zwischen den Gedichten die Stimmungen der Texte auf und lässt sie in seiner Musik nachwirken. Besonders intensiv ist jedoch das Zusammenspiel, wenn ich auf die Musik spreche. So auch im letzten Text, über eine Kindsmörderin aus gutem Haus. Die Violine setzt im zweiten Teil des Gedichtes ein und lässt den Vortrag ausklingen. 

Antwerpen - nicht in Shoppinglaune und Granit mit Patina

Nichts so überflüssig wie eine Geschäftsstraße, wenn man nicht in Kauflaune ist. Besonders im Winter. Ein Kellner trägt Weinflaschen zum Glascontainer.

Antwerpen_2  Antwerpen_1  Antwerpen_3

Die Passage in einem ehemaligen Stadtpalais bestätigt alle Befürchtungen. In kleinen  Läden unter Arkaden nur die bekannten Marken. Ich wärme mich bei einem Espresso auf. Ein weitläufiger Vorbau -Stahl, Glas und Beton - schließt gelungen an den alten Bahnhof an: Als ich vor der ursprünglichen Fassade stehe, erinnert nur die Geräuschkulisse daran, dass ich mich im Innern eines Gebäudes befinde. Kein Straßenlärm, nur Passanten und das Schlurfen von Rolltreppen zur U-Bahn. Ein großzügiger Durchgang - ehemals ein Tor - gelange ich in die alte Bahnhofshalle. Über  Steintreppen zu den Gleisen. Die Stufen aus Granit sind ausgetreten, haben aber nichts von ihrem Glanz verloren.

 

Ostende - Küstentram und Schnee am Strand

 

Noch zwei freie Plätze. Die Küstentram hält an jedem Ort: Supermarkt, Boutiquen, Apotheke, Friseur. Die Pensionen in den vereinzelten Villen, einst elegante Refugien der Kaufleute aus Gent, sind ausgebucht. Am Ortsausang Dünen. Hin und wieder ein Blick aufs Meer.

In der der Wintersonne über den Strand. Die Häuserzeilen der Promenaden schälen sich aus der Ferne. Felder von Schwertmuschelschalen. Es knirscht unter den Stiefeln.

Crepes zum Kaffee. Mit der Tram zurück nach Ostende.

Die Seezungen sind frisch und schmecken köstlich. Zum Glück hatten wir einen Tisch reserviert. Valentinstag. Unter all den Liebespaaren sind mein Studienfreund und ich klar in der Minderheit. Obwohl wir kennen uns nun auch schon seit mehr als 25 Jahren. 

Am nächsten Morgen liegt der Strand wie unberührt. In der Nacht hatte es geschneit. 

       
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