Lyrik und Neue Musik im Ratinger Tragödchen

Konstantin Gockel und ich sind am 4. März 2010 nach Ratingen eingeladen worden. Jeden Donnerstag Abend findet das Ratinger Tragödchen in der Buchhandlung Peter & Paula statt. 

Parkplatzsuche! Später als geplant aber noch rechtzeitig komme ich an. Konstantin Gockel ist schon da. Er wird  Stücke aus seinem Zyklus Die Stimme der Schlange zu meinen Gedichten spielen.

Wir beginnen mit der Schabenliebe. Kurze abgehackte Geigenstriche lassen die Tierchen über den Boden huschen. Die Aufmerksamkeit des Publikums für unsere Collage ist uns nun wohl sicher.

Lesung Ratingen P&P

Konstantin Gockel nimmt zwischen den Gedichten die Stimmungen der Texte auf und lässt sie in seiner Musik nachwirken. Besonders intensiv ist jedoch das Zusammenspiel, wenn ich auf die Musik spreche. So auch im letzten Text, über eine Kindsmörderin aus gutem Haus. Die Violine setzt im zweiten Teil des Gedichtes ein und lässt den Vortrag ausklingen. 

Antwerpen - nicht in Shoppinglaune und Granit mit Patina

Nichts so überflüssig wie eine Geschäftsstraße, wenn man nicht in Kauflaune ist. Besonders im Winter. Ein Kellner trägt Weinflaschen zum Glascontainer.

Antwerpen_2  Antwerpen_1  Antwerpen_3

Die Passage in einem ehemaligen Stadtpalais bestätigt alle Befürchtungen. In kleinen  Läden unter Arkaden nur die bekannten Marken. Ich wärme mich bei einem Espresso auf. Ein weitläufiger Vorbau -Stahl, Glas und Beton - schließt gelungen an den alten Bahnhof an: Als ich vor der ursprünglichen Fassade stehe, erinnert nur die Geräuschkulisse daran, dass ich mich im Innern eines Gebäudes befinde. Kein Straßenlärm, nur Passanten und das Schlurfen von Rolltreppen zur U-Bahn. Ein großzügiger Durchgang - ehemals ein Tor - gelange ich in die alte Bahnhofshalle. Über  Steintreppen zu den Gleisen. Die Stufen aus Granit sind ausgetreten, haben aber nichts von ihrem Glanz verloren.

 

Ostende - Küstentram und Schnee am Strand

 

Noch zwei freie Plätze. Die Küstentram hält an jedem Ort: Supermarkt, Boutiquen, Apotheke, Friseur. Die Pensionen in den vereinzelten Villen, einst elegante Refugien der Kaufleute aus Gent, sind ausgebucht. Am Ortsausang Dünen. Hin und wieder ein Blick aufs Meer.

In der der Wintersonne über den Strand. Die Häuserzeilen der Promenaden schälen sich aus der Ferne. Felder von Schwertmuschelschalen. Es knirscht unter den Stiefeln.

Crepes zum Kaffee. Mit der Tram zurück nach Ostende.

Die Seezungen sind frisch und schmecken köstlich. Zum Glück hatten wir einen Tisch reserviert. Valentinstag. Unter all den Liebespaaren sind mein Studienfreund und ich klar in der Minderheit. Obwohl wir kennen uns nun auch schon seit mehr als 25 Jahren. 

Am nächsten Morgen liegt der Strand wie unberührt. In der Nacht hatte es geschneit. 

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