Zwischen Planierraupen und Porzellan - Imbiss im Flughafen
Rechts neben mir am Imbiss im Flughafen sitzt die Marketingleiterin einer Porzellanfirma. Sie haben sich auf Service für Staatsbankette und Königshäuser spezialisiert. Für die Verhandlungen mit den Einkäufern an den Höfen und Protokollchefs, erzählt sie mir, bräuchte man Nerven und eine hohe Frustrationstoleranz. Das könne er bestätigen. Er sitzt links neben mir an der Theke und hat auch hin und wieder mit staatlichen Einkaufsabteilungen zu tun. Seine Firma vertreibt Ketten für Planierraupen.
Stückzahlen, Preisgefüge und Vertriebstrukturen. Die beiden sind mit Herzblut bei der Sache und stecken sich mit ihrer Begeisterung an. Ich sitze dazwischen vor meinem Lachs und stelle mir vor, wie man dem Fahrer einer Planierraupe einen Darjeeling in einer Tasse aus feinem China-Porzellan reicht. Gerade habe ich es geschafft, eine Kirschtomate mit der Gabel aufzuspießen, da wird mein Flug aufgerufen.
Die beiden Vertriebsleute unterbrechen nur kurz ihre Unterhaltung, als ich mich verabschiede. Sie haben sich fest geredet und sind immer noch dabei, als ich zurück blicke.
An der Passkontrolle nehme ich kurz meinen Hut ab. Der Polizist lächelt und wünscht mir einen guten Flug.
