Joachim P. Harms http://www.jpharms.de Most recent posts at Joachim P. Harms posterous.com Mon, 07 Nov 2011 13:16:00 -0800 Den Smartphones sei dank http://www.jpharms.de/den-smartphones-sei-dank http://www.jpharms.de/den-smartphones-sei-dank

Vorbei die Zeiten, in denen man mit gepflegtem Halbwissen brillieren konnte. Die Gefahr aufzufliegen war recht klein, denn wer wollte es überprüfen? Wer machte sich schon die Mühe, ein Lexikon zu Rate zu ziehen oder gar eine Universitätsbibliothek aufzusuchen? Vielleicht, wenn man dem Redeschwinger die bewundernden Blicke der Frauen nicht gönnte. Aber wer dann später seine Recherche-Ergebnisse präsentierte, wurde schnell "Du bist ja so kleinkariert!" abgewehrt wie ein lästiges Insekt und zu geistiger Großzügigkeit ermahnt.
Aber heutzutage? Vorbei die schönen Zeiten! Gerade hatte man wieder einen hervorragenden Beitrag geleistet und die Unterhaltung in Schwung gebracht, da fährt ein Finger über das Display eines Smartphones - warum feuchten die den Finger eigentlich nicht an? - und hebt sich keck in die Höhe: "Moment mal! Hier steht aber....." und niemand sagt "kleingeistig oder ähnliches". Anscheinend ist die Ehrfurcht vor dem Wissen, das aus den Sphären gesogen wurde, noch viel zu groß. Bis sich das ändert, wenn es überhaupt dazu kommt, hilft nur noch eines:

Der geordnete Rückzug. Nicht etwa auf politische Meinungen. Sie sind zwar per se einer Überprüfung nicht zugänglich aber um zu wirken müssen sie kontrovers sein und das ist gefährlich, denn sie kleben an einem. Also schweigt man in der Runde und wartet auf die Gelegenheit im vertrauten Zwiegespräch: 

Ich mag deine Augen. Und ... ach ja Sie wissen schon.

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Sun, 06 Nov 2011 01:43:00 -0800 Lesungen und Kunst http://www.jpharms.de/lesungen-in-der-galerie http://www.jpharms.de/lesungen-in-der-galerie

Wenn Musik Lyrik untermalt, erschließen sich oft neue Wege zu den Bildern in den Gedichten. Begegnen sich Musik und Lyrik in einer Galerie, treffen die Klangbilder auf die ausgestellten Werke und regen vielleicht dazu an, sie aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Besonders spannend wird es, wenn Gedichte Künstler dazu verführen, die Texte in Bilder umzusetzen.

Samstag 12. November 2011 - 18:00 | Atelier Daniela Baumann, Sommerstrasse 17a, 42655 Solingen. Eintritt frei.  gespannte feder leicht liegst du in meinem atem Performance zur Ateliereröffnung . Daniela Baumann stellt ihre neuen Atelierräume vor. Sie zeigt dabei auch Arbeiten, in denen sie einige meiner Gedichte in Bilder umgesetzt hat. Gunda Gottschalk (Violine) und ich geben dazu eine Performance.

Am_ende_die_dinge_flustern

"am ende die dinge flüstern hören"

Samstag 26. November 2011 - 16:00 Uhr  | Kunstwerk Nippes Baudri-Straße 5, 50733 Köln. Telefon: 0221- 7328497.  Lesung in der Galerie  Lyrik  Joachim Harms, Ingritt Sachse und Elke Tilk  Violon-Cello Bernhard Zapp. Das Kunstwerk Nippes stellt zur Zeit Werke von Botond (3. März 1949 - 27. Oktober 2010) zum Thema Schlaf-Alvás aus. 

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Sun, 28 Aug 2011 14:33:00 -0700 Aktuelle Termine http://www.jpharms.de/aktuelle-termine-2268 http://www.jpharms.de/aktuelle-termine-2268

Sonntag 9. Oktober 2011 11:00| Café Libresso, Fleischmengergasse 29, 50676 Köln. Telefon: 0221-237379. Eintritt frei. Kleider tauschen – Lesung mit Joachim Harms, Ingritt Sachse, Elke Tilk und Konstantin Gockel (Violine). Einlass und Gelegenheit zum Früstücken ab 10:00.

Immer neu, immer anders. Tauschen, täuschen, sich täuschen. Sind Ameisen blau? Was bleibt? Mehr als genug, meinen die Autoren und wollen sich keinen Reim darauf machen sondern lassen ihn im Zeilensprung verschwinden.

Samstag 10. September 2011 und Sonntag 11. September 2011| Sub Sol, Ackerstrasse 67, 40233 Düsseldorf. Eintritt frei. Du wirst auch immer fetter – Collage aus Lyrik und Freejazz im Rahmen der Kunstpunkte 2011. Uwe Juchum (Saxophon) und weitere Musiker in wechselnden Formationen begeben sich mit dem Lyriker Joachim P. Harms auf Grenzgänge im Alltag.      

Freitag 30. September 2011 19:00 | Im Ort, Luisenstrasse 116, 42103 Wuppertal. Eintritt frei. Andreas Junge 89 Zeichnungen Der Katalog "Andreas Junge 89 Zeichnungen" wird im Ort in Wuppertal präsentiert. Joachim P. Harms (Sprecher) und Uwe Juchum (Saxophon) werden zur Präsentation eine kurze Lesung aus dem Buch "Der Ochse" geben.Der Katalog enthält 89 Zeichnungen von Andreas Junge sowie 9 Texte aus seinem autobiografischen Buch "Der Ochse". 

Kataloandreasjungekleiner150
Angaben zum Katalog: Andreas  Junge 89 Zeichnungen
Auflage 750 Stück, Preis 32 Euro
Layout: Jorgo Schäfer, gedruckt von der Druckerei Hitzegrad, Wuppertal mit freundlicher Unterstützung des Skulpturenpark Waldfrieden. Der Erlös des Kataloges fließt in den Erhalt des Bestandes von Andreas Junge. Der Katalog wird demnächst im Skulpturenpark Waldfrieden, im Ort, in der Galerie Grölle passprojects, bei Hans-Christian Günther und Sylvie Hauptvogel verkauft.

 

 

 

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Sun, 03 Jul 2011 07:02:00 -0700 Aber die Gesellschaft muss sich wandeln http://www.jpharms.de/in-der-altstadt http://www.jpharms.de/in-der-altstadt

Es ist einer der seltenen Momente, in denen der DJ die Platten nicht übergangslos wechselt. Zwei in die Jahre gekommene Intellektuelle pflegen in der Altstadt ihre Träume und diskutieren über die Gesellschaft. Dazu läuft gute Rockmusik von damals. An der Bar drei junge Paare. Sie drehen Zigaretten und sehen aus, als wären sie gerade aus Woodstock gekommen.

Freejazz und heavy metall. Eine andere Kneipe hat vor ein paar Tagen neu aufgemacht. Ein gekachelter Schlauch. Im vorderen Teil die Theke, davor nur Tätowierte. Im hinteren Teil eine Tanzfläche, wo sich junge Leute aus gutem Hause einem Hauch des wilden Lebens aussetzen.

Zum Abschluss Electric Jazz in einem Club. Einige versuchen sich dazu zu bewegen, andere geben sich sehr verständig, sind aber doch eher für bauchfreie Ausblicke aufgeschlossen.

Früh am morgen nach Hause. Eine junge Frau schreit einem Mann hinterher: Gib mir meine Jacke. Nur wenn du mit redest.

Glasscherben auf der Straße. In den Seitenstraßen die ersten Wagen der Straßenreinigung.

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Sun, 13 Mar 2011 20:09:00 -0700 Zwischen Planierraupen und Porzellan - Imbiss im Flughafen http://www.jpharms.de/zwischen-planierraupen-und-porzellan-imbiss-i http://www.jpharms.de/zwischen-planierraupen-und-porzellan-imbiss-i

Rechts neben mir am Imbiss im Flughafen sitzt die Marketingleiterin einer Porzellanfirma. Sie haben sich auf Service für Staatsbankette und Königshäuser spezialisiert. Für die Verhandlungen mit den Einkäufern an den Höfen und Protokollchefs, erzählt sie mir, bräuchte man Nerven und eine hohe Frustrationstoleranz. Das könne er bestätigen. Er sitzt links neben mir an der Theke und hat auch hin und wieder mit staatlichen Einkaufsabteilungen zu tun. Seine Firma vertreibt Ketten für Planierraupen.   

Stückzahlen, Preisgefüge und Vertriebstrukturen. Die beiden sind mit Herzblut bei der Sache und stecken sich mit ihrer Begeisterung an. Ich sitze dazwischen vor meinem Lachs und stelle mir vor, wie man dem Fahrer einer Planierraupe einen Darjeeling in einer Tasse aus feinem China-Porzellan reicht. Gerade habe ich es geschafft, eine Kirschtomate mit der Gabel aufzuspießen, da wird mein Flug aufgerufen.

Die beiden Vertriebsleute unterbrechen nur kurz ihre Unterhaltung, als ich mich verabschiede. Sie haben sich fest geredet und sind immer noch dabei, als ich zurück blicke. 

An der Passkontrolle nehme ich kurz meinen Hut ab. Der Polizist lächelt und wünscht mir einen guten Flug. 

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Sun, 13 Mar 2011 12:17:00 -0700 Aktuelle Termine http://www.jpharms.de/aktuelle-termine-2 http://www.jpharms.de/aktuelle-termine-2

Sonntag 27. März - 11:00 Uhr | Café Libresso, Fleischmengergasse 29, 50676 Köln. Telefon: 0221-237379. Eintritt frei. Einlass und Gelegenheit zum Frühstück ab 10:00 Uhr. Zwischen Milchreis und Bratkartoffeln Lesung mit Ingritt Sachse, Joachim Harms und Uwe Juchum (Saxophon).Zwischen Milchreis und Bratkartoffeln kann ein Nachmittag, eine Kindheit, ein ganzes Leben liegen. Aber manchmal auch ein Missverständnis. Mitunter kann es ein Ereignis mit schwerwiegendem  Ausgang sein, wenn jemand Milchreis will aber Bratkartoffeln bekommt.   

Ingritt Sachse und Joachim Harms werden mit ihren Gedichten die Lücke zwischen den Gerichten  vermessen. Uwe Juchum betätigt sich am Saxophon als musikalischer Brückenbauer.

Sonntag 29. Mai - 13:00 Uhr | Bücherei Gerresheim, Heyestraße 4, Düsseldorf Gerresheim. Collage aus Lyrik und Musik mit Uwe Juchum (Saxophon). Veranstalung im Rahmen der Gerresheimer Kunstmeile. Es lesen auch Axel Hippe, Christof Nikodemus und Hans-Georg Schipping. Details siehe ben06.

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Sat, 16 Oct 2010 07:12:00 -0700 Bedingungsloses Grundeinkommen - ein weiterer Schritt zur Beschleunigung des sozialen Wandels? http://www.jpharms.de/bedingungsloses-grundeinkommen-ein-weiterer-s http://www.jpharms.de/bedingungsloses-grundeinkommen-ein-weiterer-s

Mit der Einführung des Autos konnte man in Stunden Dinge erledigen, für die man sonst Tage gebraucht hätte. So war es auf einmal möglich an einem Tag einen Ausflug zu einem Park zu unternehmen, sich mit Freunden zu treffen und abends ins Theater zu gehen. Das Auto eröffnete zudem weitere neue Möglichkeiten. Man konnte eine neue Stelle annehmen ohne gleich umziehen zu müssen.  

Das Leben wurde schneller und unbeständiger. Bald kam es zu neuer Zeitnot, neue Straßen wurden gebaut und mit dem Internet kann man heute vielfach auf das Reisen ganz verzichten. Und schon wieder klagt man über die Emailflut...

Die Einführung eines unbedingten Grundeinkommens, so bemessen, ein sorgenfreies wenn auch bescheidenes Leben zu führen,  könnte diesen sich selbst verstärkenden Kreislauf aus technischer Beschleunigung und gesteigertem Tempo des gesellschaftlichen Wandels durchbrechen. Allerdings ist Beschleunigung, so Hartmut Rosa in seinem gleichnamigen Buch, der Motor der Moderne. Der Drang nach Geschwindigkeit ist so groß, dass die Beschleunigungsgesellschaft sich ihre Institutionen schafft, um Gegenbewegungen zu integrieren. Die soziale Marktwirtschaft pufferte Verwerfungen im Zuge der Industrialisierung ab und verhalf der weiteren Beschleunigung zum Siegeszug.

Letzten Endes könnte also auch das unbedingte Grundeinkommen eine weitere Institution sein, mit der die Beschleunigungsgesellschaft Widerstände gegen die  Steigerung des Tempo des gesellschaftlichen Wandels überwindet. Und das Grundeinkommen könnte somit zu einem weiteren Motor der Beschleunigung werden. (Damit soll aber hier kein Plädoyer gegen die Einführung des unbedingten Grundeinkommens gemeint sein!) 

 

Fische

Woher kommt aber dieser Drang zur Beschleunigung? Rosa macht den Ursprung dieser Entwicklung in der Säkularisierung aus. Mit dem Wegfall transzendenter Heilsversprechen wird der Tod zum finalen Schlusspunkt und die Angst, in ihrem Leben etwas versäumt zu haben, ergreift von den Menschen Besitz. So streben sie danach, in ihrer endlichen Lebensspanne möglichst viel von dem auszukosten, was die Welt zu bieten hat und möglichst viele ihrer Potentiale und Fähigkeiten zur Entfaltung zu bringen.

Der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens könnte ein ähnlicher Mechanismus inne wohnen. Denn ein Grundeinkommen könnte ja einen Zwang aufbauen, neue Dinge wie zum Beispiel eine Karriere als Künstler oder eine Selbstständigkeit auszuprobieren. Die Rechtfertigung, man könne in wirtschaftliche Not fallen, wäre keine valide Rechtfertigung mehr. 

Foto ©Eva Brandecker

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Sun, 10 Oct 2010 04:44:00 -0700 trieb Zwischenspiele - Performance zu den Kunstpunkten 21. August 2010 http://www.jpharms.de/trieb-zwischenspiele-performance-zu-den-kunst http://www.jpharms.de/trieb-zwischenspiele-performance-zu-den-kunst

21. August 2010 - Kompromisslosigkeit war die Klammer, die Musik, Kunst und Lyrik verband.

Uwe Juchum's Spiel schon zum Beginn der Performance, eruptiv und wild, zerriss jeden Gesprächsfaden und zog die Aufmerksamkeit auf das Geschehen.

Fotos: Götz Weidenmüller / Wolfgang Wegener

Die Kunstperformance von entschiedener Schlichtheit. Die Triebwurzel und die Form der Hüllen legten zwar eine sinnliche Interpretation nahe, jedoch wurde diese dadurch kontrastiert, dass die Objekte in Schwarz-Weiß gehalten waren. Desgleichen waren Helga Weidenmüller's Bewegungen beim Aufstecken und Abnehmen der Hüllen von sachlicher Eleganz, ohne jede Andeutung.

An einer Stelle im Text hieß es: "Gewalt ist Energie, wie der Schaffensdrang, wie das Begehren." Einige meiner erotischen Gedichte kamen mit ihrer Engführung von Leidenschaft und Gewalt in diesem Rahmen voll zur Geltung: Kompromisslose Sinnlichkeit. 

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Sun, 26 Sep 2010 04:51:00 -0700 Aktuelle Termine http://www.jpharms.de/aktuelle-termine-1 http://www.jpharms.de/aktuelle-termine-1

Samstag 2. Oktober - 17:00 Uhr|Destille, Bilker Strasse 46, 40213 Düsseldorf. Telefon: 0211-327181. Eintritt frei. Unterholz Die ERA-Autoren Marina Jenkner, Ursula Willan und Peter von Kapri und Joachim P. Harms freuen sich über die Einladung in die BLAUE STUNDE in der Destille. Die Lesung zum Thema Unterholz wird von Elisabeth Esch moderiert. Uwe Juchum begleitet uns am Saxophon. 

 

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Sun, 08 Aug 2010 09:57:00 -0700 Aktuelle Termine http://www.jpharms.de/aktuelle-termine-0 http://www.jpharms.de/aktuelle-termine-0

Samstag 21. August - 16:00 und 19:00 Uhr  | Atelier Felicitas Lensing-Hebben, Ackerstrasse 144, 40233 Düsseldorf. Telefon: 0211-6218844. Eintritt frei.  Trieb Zwischenspiele Performance im Rahmen der Kunstpunkte 2010. Plastik: Helga Hawe Weidenmüller  Lyrik  Joachim Harms  Saxophon  Uwe Juchum 

Freitag 10. September  - 20:00 Uhr  | Kulturkeller Kalk, Kalk-Mülheimer Strasse 58, 51103 Köln. Telefon: 0221- 987602-0. Einlass ab 19:30 Eintritt frei.  Rezital  Lyrik  Joachim Harms  Violine Konstantin Gockel. An diesem Abend sind außerdem das Susanne Bartelt Quartett mit eigenen Liedern, Richard Schütz, Piano solo und Markus Berger "der miese peter", Kabarett zu sehen und zu hören.

 

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Sun, 11 Jul 2010 07:27:00 -0700 Prag - Sprachlosigkeit und aus dem Nest gefallene Vögel http://www.jpharms.de/prag-sprachlosigkeit-und-aus-dem-nest-gefalle http://www.jpharms.de/prag-sprachlosigkeit-und-aus-dem-nest-gefalle 1. und 2. Mai 2010 - Die Hinweisschilder sind in tschechisch gehalten. Mit Deutsch obwohl einst Lingua Franca kommt man nicht viel weiter und Englisch ist kaum verbreitet. Eine ungewohnte Sprachlosigkeit - verstörend und spannend zugleich. 

Der Kellner im Café Central freut sich allerdings seine Deutschkenntnisse anzubringen. Überhaupt die Cafés alleine sind schon die Reise wert. Oft klein und versteckt in der ersten Etage eines unscheinbaren Geschäftshauses oder hinter einer prächtigen Fensterfront über einem der schönen Plätze.

Über die Karlsbrücke auf die Kleinseite. Zwei tote Vogeljunge - nur Haut und Knochen noch keine Federn - unter den Auslagen eines Schmuckgeschäfts. Der Prager Fenstersturz kommt mir in den Sinn.

Ein kleiner Tisch vor einem Imbiss. Café Jan Neruda steht auf der Glastür. Er soll hier mit Künstlern und Literaten nächtelang diskutiert haben.

Trauben von Souvenirjägern vor den Läden mit Andenken. Paare fotografieren sich gegenseitig. Ein Schauer lässt den Touristenstrom abebben. Eine wunderbare Stille. Nun sieht man die Unebenheiten und Sprünge auf dem Kopfsteinpflaster, das hübsch im Regen glänzt.

Das Abendessen in einem französischen Restaurant. Durch ein geöffnetes Fenster neben mir blicke ich auf einen kleinen Kanal. Ein Boot mit einem Liebespaar gleitet vorbei, fast wie in Venedig. Nur ohne Gondoliere.

Im Hotel ist ein Taubstummenkongress. Ich sitze an der Bar inmitten einer Menge gestikulierender Menschen. Sprachlos.

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Sun, 11 Jul 2010 07:26:00 -0700 Lesung mit dem Cantamé-Quartett in Nürnberg http://www.jpharms.de/lesung-mit-dem-cantame-quartett-in-nurnberg http://www.jpharms.de/lesung-mit-dem-cantame-quartett-in-nurnberg

Cantame_16042010_-_10
16. und 17. April 2010 -  Es beginnt mit Musik, Summa von Arvo Pärt. Man müsste schon ein Stein sein, um von dieser schwebenden Melodie nicht berührt zu werden, vor allem wenn Cello und Viola mit ihrem dunklen Timbre einsetzen.

Die letzten Töne verklingen, die Musikerinnen legen die Noten ab, richten das Blatt für das nächste Stück auf dem Notenständer. Das Rascheln setzt aus und in die Stille beginne ich zu sprechen. Die Spannung, die von der Musik noch im Raum schwebt, verleiht meinen Gedichten eine besondere Farbigkeit.  Und meine Worte wirken nach, reichen in das nächste Stück hinein. Text und Musik verweben sich zu etwas Neuem.

Am zweiten Abend ist eine Gruppe Lernbehinderter zu Gast. Sie lachen, wenn ich von Schokoladentrüffeln spreche. Sie folgen mir genau und sprechen das Wort "Regen" am Ende eines Gedichtes reihum den Tisch nach.  

Fotos ©Eva Brandecker

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Sun, 09 May 2010 09:34:00 -0700 Aktuelle Termine http://www.jpharms.de/aktuelle-termine http://www.jpharms.de/aktuelle-termine Sonntag 30. Mai - 13:00 Uhr  | Bücherei Gerresheim, Heyestraße 4, Düsseldorf Gerresheim. Collage aus Lyrik und Musik mit Uwe Juchum (Saxophon). Veranstalung im Rahmen der Gerresheimer Kunstmeile. Es lesen auch Axel Hippe, Christof Nikodemus und Hans-Georg Schipping. Details siehe ben06.

Sonntag 27. Juni - 11:00 Uhr | Café Libresso, Fleischmengergasse 29, 50676 Köln. Telefon: 0221-237379. Eintritt 3€. Einlass und Gelegenheit zum Frühstück ab 10:00 Uhr. pflasterschaukeln Lesung mit Ingritt Sachse, Elke Tilk und Konstantin Gockel (Violine). 

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Sun, 09 May 2010 09:05:00 -0700 Ein futuristischer Bahnhof in ehemaliger Montanmetropole. http://www.jpharms.de/ein-wochenende-in-luttich-pommes-kirschbier-u http://www.jpharms.de/ein-wochenende-in-luttich-pommes-kirschbier-u

Ein Wochenende in Lüttich. Pommes, Kirschbier und Calatrava

Der Zubringer scheint direkt in die Maas zu führen. Schwenkt dann doch zur Seite und gemächlich gleitet der Verkehr in die Stadt. Von einer Brücke der Blick auf den Fluss, zu beiden Seiten geschlossene Häuserzeilen dicht am Ufer. Zusammen mit dem ebenfalls dicht umbauten Kanal fast ein futuristisches Ensemble.

Und dann nach einer kurzen Fahrt durch die Stadt der Bahnhof von Calatrava: als hätte jemand sein riesengroßes weites Zelt inmitten der Häuser aufgebaut.

Leider schließt das Pommes-Restaurant direkt am Fluss um 15:00. Ein Schauer treibt uns in eine Kneipe. Der Wirt erbarmt sich mit ein paar Erdnüssen zum Bier. Aber am großen Marktplatz gibt es dann die guten Belgischen Pommes Frites zum Croque und belgisches Bier.

Am Abend eine wunderschöne Milonga im Lamilune. Natürlich wird es sehr spät und das Frühstück zum Brunch.

Unerwartet öffnet sich hinter einer Straßenbiegung ein Platz mit stimmigen Proportionen. Eine Halbkugel in einem Brunnen wird mit Wasser gefüllt, bis es durch viele Löcher wieder abfließt.

An der Maas entlang, ein letzter Blick auf die Häuser aus den 50er oder 60er Jahren. Verblichener Charme ehemaligen Montanreichtums.

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Sun, 09 May 2010 07:52:00 -0700 Lesung im Salon Gabriel http://www.jpharms.de/lesung-im-salon-gabriel http://www.jpharms.de/lesung-im-salon-gabriel

Das nennt man Glück, sagt Christian. Er hat einen Parkplatz direkt vor dem Haus bekommen und braucht Gitarre und Verstärker nicht weit zu schleppen.

Der Salon ist voll besetzt. Wir sind ganz nahe bei den Zuhörern. Christian nimmt die Texte mit seinen wunderschönen Improvisationen auf. Dieser Stimmung könne man sich einfach anvertrauen und dann tragen lassen, so später eine Zuhörerin.

Salon_ddorf1
Salon_DDorf.MOV Watch on Posterous

In der anschließen Diskussion, souverän von Frau Gabriel geleitet, wird intensiv über das Zusammenspiel von Musik und Text gesprochen. Besonderes Interesse gilt der Frage, wie wir unser Berufsleben - Christian ist Anwalt und ich Manager in der Industrie - mit Lyrik und Musik vereinbaren können..

In der zweien Hälfte tragen Gabriele Gabriel und eine Mitstreiterin abwechselnd Texte von Frau Halberstadt über die Sahara vor. Die Sprache und Stimmung der Texte harmonierten mit der Erscheinung und Stimme der jeweiligen Vortragenden. Es war sehr besonders. Zauberhaft.

Zu später Stunde komme ich gerne der Bitte nach, noch einmal einige meiner Gedichte zu rezitieren. Es war ein wunderbarer Abend. (26.März 2010)

Gabriele Gabriel lädt am jeweils letzten Freitag im Monat zu ihrem Literatursalon, in der Kronenstraße in Düsseldorf-Bilk.

Foto und Video: Eva Brandecker

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Thu, 25 Mar 2010 03:47:00 -0700 Lyrik und Neue Musik im Ratinger Tragödchen http://www.jpharms.de/lesung-im-ratinger-tragodchen-4-marz-2010 http://www.jpharms.de/lesung-im-ratinger-tragodchen-4-marz-2010

Konstantin Gockel und ich sind am 4. März 2010 nach Ratingen eingeladen worden. Jeden Donnerstag Abend findet das Ratinger Tragödchen in der Buchhandlung Peter & Paula statt. 

Parkplatzsuche! Später als geplant aber noch rechtzeitig komme ich an. Konstantin Gockel ist schon da. Er wird  Stücke aus seinem Zyklus Die Stimme der Schlange zu meinen Gedichten spielen.

Wir beginnen mit der Schabenliebe. Kurze abgehackte Geigenstriche lassen die Tierchen über den Boden huschen. Die Aufmerksamkeit des Publikums für unsere Collage ist uns nun wohl sicher.

Lesung Ratingen P&P

Konstantin Gockel nimmt zwischen den Gedichten die Stimmungen der Texte auf und lässt sie in seiner Musik nachwirken. Besonders intensiv ist jedoch das Zusammenspiel, wenn ich auf die Musik spreche. So auch im letzten Text, über eine Kindsmörderin aus gutem Haus. Die Violine setzt im zweiten Teil des Gedichtes ein und lässt den Vortrag ausklingen. 

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Wed, 24 Mar 2010 15:37:00 -0700 Antwerpen - nicht in Shoppinglaune und Granit mit Patina http://www.jpharms.de/antwerpen-granit-ubersteht-die-zeit-und-die-u http://www.jpharms.de/antwerpen-granit-ubersteht-die-zeit-und-die-u

Nichts so überflüssig wie eine Geschäftsstraße, wenn man nicht in Kauflaune ist. Besonders im Winter. Ein Kellner trägt Weinflaschen zum Glascontainer.

Antwerpen_2  Antwerpen_1  Antwerpen_3

Die Passage in einem ehemaligen Stadtpalais bestätigt alle Befürchtungen. In kleinen  Läden unter Arkaden nur die bekannten Marken. Ich wärme mich bei einem Espresso auf. Ein weitläufiger Vorbau -Stahl, Glas und Beton - schließt gelungen an den alten Bahnhof an: Als ich vor der ursprünglichen Fassade stehe, erinnert nur die Geräuschkulisse daran, dass ich mich im Innern eines Gebäudes befinde. Kein Straßenlärm, nur Passanten und das Schlurfen von Rolltreppen zur U-Bahn. Ein großzügiger Durchgang - ehemals ein Tor - gelange ich in die alte Bahnhofshalle. Über  Steintreppen zu den Gleisen. Die Stufen aus Granit sind ausgetreten, haben aber nichts von ihrem Glanz verloren.

 

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Mon, 01 Mar 2010 14:23:00 -0800 Ostende - Küstentram und Schnee am Strand http://www.jpharms.de/ostende-kustentram-und-schnee-am-strand http://www.jpharms.de/ostende-kustentram-und-schnee-am-strand

 

Noch zwei freie Plätze. Die Küstentram hält an jedem Ort: Supermarkt, Boutiquen, Apotheke, Friseur. Die Pensionen in den vereinzelten Villen, einst elegante Refugien der Kaufleute aus Gent, sind ausgebucht. Am Ortsausang Dünen. Hin und wieder ein Blick aufs Meer.

In der der Wintersonne über den Strand. Die Häuserzeilen der Promenaden schälen sich aus der Ferne. Felder von Schwertmuschelschalen. Es knirscht unter den Stiefeln.

Crepes zum Kaffee. Mit der Tram zurück nach Ostende.

Die Seezungen sind frisch und schmecken köstlich. Zum Glück hatten wir einen Tisch reserviert. Valentinstag. Unter all den Liebespaaren sind mein Studienfreund und ich klar in der Minderheit. Obwohl wir kennen uns nun auch schon seit mehr als 25 Jahren. 

Am nächsten Morgen liegt der Strand wie unberührt. In der Nacht hatte es geschneit. 

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Sun, 21 Feb 2010 06:29:00 -0800 Die nächsten Lesungen http://www.jpharms.de/die-nachsten-lesungen http://www.jpharms.de/die-nachsten-lesungen

Donnerstag 4. März - 20.00 Uhr | Ratinger Tragödchen, im Buchcafé Peter & Paula, Grütstraße, Ratingen. Collage aus Lyrik und Musik mit Konstantin Gockel (Violine). Nach der Pause liest Utz Peter Greis satirische Prosa.
Samstag 20. März | Lesung mit Christian Saueressig (Gitarre) kunstfabrik, Wuppertal – geschlossene Veranstaltung
Freitag 26. März - 19.30 Uhr | Salon Gabriel, Kronenstraße 26, 40217 Düsseldorf, Anmeldung unter 0211 318268. Im zweiten Teil des Abends liest Frau Halberstadt Texte aus der Sahara.
Freitag 16. April
- 20.00 Uhr | Performance aus Lyrik und Musik mit dem Cantamé-Quartett, Saal im Gasthaus zur Post, Alte Salzstraße 21, 90530 Röthenbach St. Wolfgang - Wendelstein
Samstag 17. April
- 20.00 Uhr | on tour mit dem Cantamé-Quartett, Saal im Gasthof Zum Kloster, Gnadenberger Straße 16, 92348 Gnadenberg

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Sun, 06 Dec 2009 11:00:00 -0800 Lesungen im Cafe Libresso http://www.jpharms.de/lesungen-im-cafe-libresso http://www.jpharms.de/lesungen-im-cafe-libresso

In 2009 fanden zwei Lesungen im Café Libresso, Fleischmengergasse 29 in Köln statt: Ingritt Sachse u. ich lasen dort am 12.Juli begleitet von Susanne Schmitz-Dowidat am Saxophon.
Am 5. Dezember gab es dann dort noch eine Einzellesung von mir, diesmal musikalisch interpretiert und umrahmt von Christian Saueressig an der Gitarre.

Fotos: Eva Brandecker

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